Aufruf zur Demonstration am 10.04.2010

Seit dem 3.April `09 existiert in Essen mit “Oseberg” ein Bekleidungsgeschäft der in der rechten Szene beliebten Marke Thor Steinar.
Es ist die neunte Filiale der Kette bundesweit und die erste in NRW. Das Label wehrt sich seit einiger Zeit juristisch dagegen als rechtsextrem bezeichnet zu werden, aber das ehemalige Logo wies eindeutige Bezüge zu Organisationen der NS-Zeit auf. Der Name Thor Steinar setzt sich zusammen aus Thor, dem nordischen Donnergott und Felix Steiner, einem SS-Hauptmann. So steht das Label für eine konstruierte Traditionslinie eines völkischen Nationalismus. Durch diese versteckten Inhalte wird versucht, extrem rechte Symbolik mit Hilfe normaler Klamotten gesellschaftsfähig zu machen, es soll ein „bürgerlicher“ rechter Lifestyle entstehen.

Direct Action

Schon kurz nach der Eröffnung des Ladens bildete sich das „Bündnis gegen Oseberg“, ein Bündnis aus Parteien, Anwohner_innen und linken Organisationen. Bereits drei Tage nach der Eröffnung fand eine erste Protestdemonstration statt, an der 200 Menschen teilnahmen. Am 18. April und 06. Juni 09 folgten Demos mit 200 und 500 Teilnehmer_innen. Darüber hinaus wurde der Laden Ziel zahlreicher direkter Aktionen. Die Schaufenster wurden mehrfach zerstört, weshalb sie inzwischen mit schwarzen Holzplatten verkleidet sind. Nach einem Farbanschlag mit einem Feuerlöscher musste der Laden sogar mehrere Tage geschlossen bleiben.

Say auf Wiedersehen…
Die Demo am 10. April `10 wird in Kooperation von der Antifa Essen Z und der Antifa.youth.essen organisiert. Zu diesem Zeitpunkt existiert “Oseberg” bereits seit über einem Jahr. Protest außerhalb ohnehin antifaschistisch aktiver Zusammenhänge gab es nicht. Mehr und mehr drängt sich der Eindruck auf, die Stadt Essen wolle – insbesondere vor dem Hintergrund des Kulturhauptstadtjahres – die Augen vor dem Problem einer sichtbaren rechten Szene und der dazugehörigen Infrastrukturen verschließen.
Doch die altbekannte Vogel-Strauß-Taktik ändert nichts an den Tatsachen:
Erneut wird die NPD Infostände aufbauen und öffentlich gegen Migrant_innen und Linke hetzen.
Erneut wird die rechte Partei PRO NRW Kundgebungen vor Moscheen abhalten und erneut werden die bisher schlecht oder unorganisierten bekennenden Nazis aus Steele, Borbeck und allen anderen Teilen Essens ihre menschenverachtende Propaganda in die Öffentlichkeit tragen und mit Angriffen auf Migrant_innen, Linke und alle, die nicht in ihr Weltbild passen, in die Tat umsetzen.
Dabei macht die Erfahrung deutlich:
Mit jedem Teil an Infrastruktur, das die Rechten dazu gewinnen, mit jedem Klamottenladen, in dem ihre Marken verkauft werden, mit jeder Kneipe, in der sie sich unbehelligt treffen und mit jedem Stadtrat, in dem ihre Vertreter_innen sitzen wird rechtes Auftreten salonfähiger.
Wenn „Oseberg“ hier stillschweigend geduldet wird, wird auch das Auftreten Rechter im Stadtbild immer offener und dreister.

Wir halten es für unerlässlich, einen progressiven, antifaschistischen Protest in Essen nicht nur gegen Thor Steinar zu etablieren. Ein weiteres Anliegen unsererseits ist es, in Essen endlich wieder selbstbestimmt und ohne Polizeirepression zu demonstrieren, was schon lange nicht mehr selbstverständlich ist.
Daher gilt es, am 10.April `10 auf die Straße zu gehen gegen Thor Steinar, „Oseberg“ und Essener Zustände.
„Say auf Wiedersehen to your naziwear!“
Gegen Thor Steinar, rechten Lifestyle und Essener Zustände!

Antifaschistische Demonstration am 10.04 in Essen
sayaufwiedersehen.blogsport.de
Wir bitten alle Beteiligten, unsere Demonstration nicht zu Wahlkampfzwecken zu nutzen und alle Parteifahnen zuhause zu lassen.


1 Antwort auf „Aufruf zur Demonstration am 10.04.2010“


  1. 1 Demofrühling beginnt! « Antifa Erftstadt – Keine Homezone für Nazis! Pingback am 16. März 2010 um 16:07 Uhr
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